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SPORTKULTUR

ECKPUNKTE DES ARTIKELS:

  • Der Sport hat eine integrative Kraft innerhalb der US-Kultur
  • Der Sport nimmt bereits im Kindes- und Jugendalter einen hohen Stellenwert ein
  • Der Hochschulsport ist bei vielen Amerikanern sehr beliebt und generiert Beträge in Millionenhöhe
  • Die US-Flagge, die Nationalhymne, Flyovers und das Tailgating sind Elemente der Sportkultur
  • Die Rolle des Sports in der Geschichte der USA

Eine der wichtigsten Komponenten der amerikanischen Kultur ist der Sport. Nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch heute noch spielt er eine wichtige Rolle in der Integration von neuen Staatsbürgern. Im Vordergrund stehen dabei die Regeln und die Fairness in einem Spiel, die Teamfähigkeit und der Mannschaftsgeist sowie die Identifikation zur jeweiligen Region. Seine integrative Kraft entfaltet er durch medienwirksame Massenveranstaltungen, wie beispielsweise bei den alljährlichen finalen Spielen der amerikanischen Profiligen.  Sportevents finden zu jeder Jahreszeit statt. Das Frühjahr beginnt mit der Baseball Saison und der Herbst mit der American Football Saison. Im Winter besucht man bevorzugt Basketballspiele in der Halle. Unterschiedliche Akteure aus den Bereichen Wirtschaft, Bildung und Medien prägen den US-Sport. In den Städten ist zudem der Hochschulsport bei breiten Teilen der Bevölkerung sehr beliebt. Die Stadien sind oft das größte Gebäude auf dem Campus und können bis zu 100000 Zuschauer fassen. Der Sport in den USA setzt sich über Rassen- und Klassengrenzen hinweg und schweißt die Menschen unterschiedlichster Herkunft zusammen. 

DER SPORT IM KINDES- UND JUGENDALTER

Die besondere Rolle des Sports kommt bereits im Kindesalter zum Ausdruck. T-Ball als vereinfachte Form des Baseballs ist unter Kleinkindern eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Im Bildungssystem der USA ist der Sport ein integraler Bestandteil, welcher durch zahlreiche Wettbewerbe zum Ausdruck kommt. Der hohe Stellenwert des Sports unterscheidet sich durch den Aufbau des amerikanischen Schulsystems vom deutschen Sportunterricht. Wie auch in Deutschland soll der Sport zwar die Gesundheit und den Charakter des Heranwachsenden formen, doch stehen in den Vereinigten Staaten hierfür im Idealfall mehr  Sportstunden zur Verfügung. Die US-Schule ist über Kurse und Credits (Punkte) aufgebaut. Für den High School Abschluss wird eine bestimmte Anzahl an Credits benötigt. Es besteht neben dem verpflichtenden Sportunterricht, der sogenannten Physical Education, die Möglichkeit durch zahlreiche Wahlpflichtfächer weitere Credits über Wettkampfsportarten sowie über den Breitensport zu erwerben. Darüber hinaus bieten zahlreiche Schulen, abseits des Creditsystems, ein kostenloses Sportprogramm für ihre Schüler an. Die Angebote treffen auf große Zustimmung unter den Jugendlichen. Im Idealfall bereitet die High School den Schüler auf den Collegesport vor, der einen enorm hohen Stellenwert in der amerikanischen Sportkultur einnimmt. 

DER US-COLLEGE-SPORT

Anders als in Europa wird im Universitätssport das Studium und der Leistungssport zusammengeführt. Beim College Sport werden die Spieler zwar nicht bezahlt, erhalten aber dafür Stipendien und eine kostenlose Verpflegung und  Unterbringung. Da ein Studium in den USA sehr kostenintensiv ist, kann sich ein guter Spieler ein Studium über diese Möglichkeit finanzieren. Der College Sport gilt zwar als Amateursport, doch das bedeuted nicht, dass sich "Amateure" auf dem Spielfeld befinden. Die Hochschulen sind bei ihren Trainern und Sportprogrammen nicht geizig. Durch hohe finanzielle Investitionen wird dem Zuschauer Sport auf hohem Niveau geboten. In Wettkämpfen treten Colleges und Universitäten in einer Vielzahl von Sportarten gegeneinander an (Intercollegiate Sports), selbst Fußball ist mittlerweile im Sportprogramm von Hochschulen. Die beiden Verbände National Collegiate Athletic Association (NCAA) und National Association of Intercollegiate Athletics (NAIA) organisieren den Hochschulsport, die NCAA sogar in drei Stufen:  Die Wettkämpfe der NCAA werden in drei verschiedenen Divisionen ausgetragen, welche sich durch ein unterschiedliches Leistungsniveau voneinander unterscheiden. Die großen Hochschulen sind in der Division 1 vertreten. Sie haben die finanziellen Mittel, um einen Trainer zu bezahlen, der in der Regel mehr als ein Professor verdient  sowie leistungsstarke Athleten unter Vertrag zu nehmen und ihnen ein Stipendium zu ermöglichen. Bis zur Division 3 nimmt die Anzahl der in Wettkampf tretenden Hochschulen ab. Spiele der Division 3 bieten aber dennoch ein hohes Sportniveau, gerade in Regionen ohne Profiteams der nationalen Sportligen. Der Hochschulsport dient als Fundament für die fünf großen Profiligen (American Football, Baseball, Basketball, Ice Hockey und Fußball), da Nachwuchstalente über Drafts (Auswahlverfahren) zu einem Profivertrag kommen können. Der College-Sport spielt aber auch eine wirtschaftliche Rolle für die Bildungseinrichtungen, da Beträge in Millionenhöhe generiert werden.

 

Wie bereits im High School Sport werden im College Sport positive Werte vermittelt, welche den Staatsbürger zu mündigen und aufrichtigen Amerikanern sozialisiert. Im American Football ist die Heisman-Trophäe (The Heisman) sehr begehrt. Sie wird jedes Jahr dem besten Football Spieler im College Football verliehen.

ELEMENTE DER US-SPORTKULTUR

PUBLIC DOMAIN: US AIR FORCE PHOTO BY US TECH. SGT . JEREMY M. CALL
PUBLIC DOMAIN: US AIR FORCE PHOTO BY US TECH. SGT . JEREMY M. CALL

DIE NATIONALHYMNE UND DIE US-FLAGGE

Die Nationalhymne und die US-Flagge sind fester Bestandteil des amerikanischen Sports, ob bei sportlichen Wettkämpfen in der High School oder bei den kommerziellen Spielen des Hochschulsports und der großen Sportligen. Zum ersten Mal auf einer großen Sportveranstaltung wurde die heutige Nationalhymne, der Star Spangled Banner, während des ersten Finalspiels von 1918 der Baseball Profiliga (World Series) gespielt.

FLYOVERS

Bei den großen amerikanischen Sportevents sind die sogenannte Flyovers, die Vorbeiflüge, eine Tradition, bei welchem die Sportler und das Publikum von der US-Luftwaffe salutiert werden. Ein Flyover kann in Formation oder von einem Flugzeug alleine durchgeführt werden. Das erste Flyover im Rahmen eines Sportevents geht vermutlich auf die Eröffnungsspiele  der Baseball-Meisterschaft (World Series) von 1918 zurück. Sie wurden nach und nach zu einer amerikanischen Tradition und werden bei großen Sportveranstaltungen unterschiedlichster Sportarten durchgeführt. Beim Super Bowl, dem Finalspiel des American Football, sind sie fester Bestandteil vor dem Spiel. 

Ihren Ursprung haben die Flyovers in den beiden Weltkriegen im Rahmen von Aufklärungsflügen. Daneben gab es auch psychologische Gründe für Flyovers, so wollte z.B. General Dwight D. Eisenhower vor der Landung in der Normandie den allierten Bodentruppen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Die Überflüge sind nicht nur im Sport ein traditioneller Bestandteil, sondern auch bei anderen Veranstaltungen. Während der Covid 19 Pandemie führte die US-Luftwaffe Flyovers für das medizinische Personal durch.

TAILGATING

Das Wort kommt von "tailgate", welches Heckklappe bedeutet. Gemeint ist beim tailgating das Treffen auf einem Parkplatz, welches meistens im Vorfeld von Spielen stattfindet. Bei dieser amerikanischen Tradition werden Speisen und Getränke direkt von den Pick-ups Ladeflächen oder dem Kofferraum gereicht.

MEDIEN

Wettkämpfe sind auch immer bei den Medien beliebt und bilden heute ein Geschäft mit hohen Gewinnmarken. Mit dem Aufkommen der ersten Radiosendern gewann auch der Sport in den USA rasant an Bedeutung. Das dem Super Bowl heute mehr Aufmerksamkeit zukommt als dem Baseball liegt in der Sportart begründet. Während damals Baseball als beliebtester Sport in den USA lediglich auf lokaler Ebene übertragen wurde, genoss American Football von Beginn an nationale Aufmerksamkeit. Das Spiel repräsentiert den Kampf Mann gegen Mann, der das eigene Territorium verteidigt und versucht Raum zu gewinnen. Kampfbereitschaft, Team- und Pioniergeist sind die Eigenschaften, welche die Ausdehnung des Landes von der Atlantik- bis zur Pazifikküste erst ermöglichte.

LEISTUNGSSPORT

In der US-Sportkultur ist der Leistungssport eine wichtige Säule, welche die Vereinigten Staaten im Ausland repräsentieren. Obwohl der Staat sich aus der Organisationsstruktur anderer Ligen heraushält, unterstreicht er die Wichtigkeit des Leistungssports mit dem Amatuer Sports Act von 1978, einem Gesetz, welches das Nationale Olympische Komitee auf eine rechtliche Grundlage stellte. Das mediale Interesse am Leistungssport ist jedoch nur während internationalen Wettkämpfen gegeben. Die USA waren bereits achtmal Austragungsort der Olympischen Spiele. Neben den Olympischen Spielen wird im Leistungssport auch für die Panamerikanischen Spiele trainiert, welche ebenfalls alle vier Jahre stattfinden. 

DIE ORGANISATIONSSTRUKTUR DER PROFILIGEN

Alle Profilligen haben ihren Ursprung in der Baseball Liga, welche 1876 gegründet wurde. Die Struktur, die wirtschaftlichen Kriterien sowie die Kommerzialisierung des Sports wurde zum Vorbild für später gegründete Profilligen. Die nationale Eishockeyliga (NHL) wurde 1917 gegründet, Die Footballliga (NFL) im Jahr 1921 und die Basketball Liga (NBA) im Jahr 1949. Der Sport ist in den USA nach innen gerichtet, das heißt, dass der Wettkampf eher auf nationaler als auf internationaler Ebene stattfindet. Im Gegensatz zu Europa sind die Ligen geschlossen, was wiederum bedeutet, dass es keinen Auf- oder Abstieg der jeweiligen Mannschaft gibt. Eine Aufnahme in das Ligasystem ist von anderen Faktoren und nicht unbedingt von der tatsächlichen Leistung abhängig. Hierunter zählen beispielsweise die Größe einer Stadt, das mediale Interesse innerhalb einer Region sowie die Nähe zu einem Sponsor. Ändert sich der Sponsor, so kann sich auch der Standort einer Profimannschaft ändern.

 

Baseball gilt bis heute als beliebteste Freizeitbeschäftigung vieler Amerikaner und wird deshalb auch als "National Pastime" bezeichnet. 

MAJOR LEAGUE BASEBALL (MLB)

Die Profiliga des amerikanischen Baseballs (MLB) setzt sich aus zwei Divisionen zusammen: der amerikanischen Liga (AL) und der nationalen Liga (NL). Jede Liga besteht wiederum aus den drei Divisionen East, Central und West. Die Baseball Saison beginnt im Frühjahr (In der Regel Anfang April) und endet im Oktober. In der MLB sind 30 Mannschaften, wovon eine gegenwärtig aus Kanada kommt. Insgesamt spielt jedes Team 162 Spiele während einer Saison. Das Ziel ist es sich einen der 10 Plätze in den Playoffs zu erspielen. Die beiden besten Teams der Playoffs treten in mehreren Spielen im Finale, den sogenannten World Series, gegeneinander an. 

NATIONAL FOOTBALL LEAGUE (NFL)

Die National Football League (NFL) setzt sich aus der National- und der American Football Conference zusammen (NFC) und (ACF). Diese bestehen jeweils aus vier Divisionen: North, East, South und West. Jede Division setzt sich aus vier Mannschaften zusammen. Die Zuordnung zu einer Division folgt geographischen Kriterien. Die acht besten Mannschaften ziehen zusammen mit sechs Wild Card Teams in die Playoffs. Das Finale der NFL ist der Super Bowl.

NATIONAL BASKETBALL ASSOCIATION (NBA)

Die National Basketball Association (NBA) setzt sich aus der Eastern und der Western Conference mit je 15 Mannschaften zusammen. Eine Basketball Mannschaft kommt gegenwärtig aus Kanada. Die Basketball Saison beginnt in der letzten Oktoberwoche und endet im Februar. Die jeweils acht besten Mannschaften der Eastern und Western Conference ziehen in die Playoffs

NATIONAL HOCKEY LEAGUE (NHL)

Die Profilliga im Eishockey (NHL) setzt sich gegenwärtig aus 25 US-Teams und sieben kanadischen Teams zusammen. In 82 Spielen wird für den Einzug in die Playoffs gespielt, welche wiederum aus vier Spielen besteht. Die Sieger Mannschaft erhält den Stanley Cup.

MAJOR LEAGUE SOCCER (MLS)

Es mag auf den ersten Blick verwunderlich erscheinen, dass der weltweit populäre Fußball auf dieser Seite erwähnt wird, da viele lange Zeit (oder auch immer noch) der Sportart keine Chance in den USA gaben. Er gehört aber mittlerweile zu den fünf großen Sportligen, auch wenn der Abstand zu den anderen Ligen, in Bezug auf seine Popularität, noch deutlich sichtbar ist. Die Major League Soccer (MLS) wurde 1993 gegründet und startet ihre Saison im Zeitraum von Ende Februar bis Anfang März. Die reguläre Spielsaison dauert bis Mitte Oktober. Danach beginnen die MLS Cup Playoffs, welche ins Finale führen. Insgesamt sind 28 Mannschaften in der Liga vertreten, welche aber bis 2023 um zwei weitere Mannschaften erweitert werden soll. 

DER SPORT IN DER GESCHICHTE DER USA -

MELTING POT

GERMAN TURNERS (ST. LOUIS)
GERMAN TURNERS (ST. LOUIS)

Die besondere Stellung des Sports innerhalb der amerikanischen Kultur liegt auch in der amerikanischen Geschichte begründet. Hier spielen vor allem Engländer und Deutsche eine Rolle. Die Puritaner gehörten zu den ersten Siedlern der damaligen britischen Kolonien. Sie waren eine christliche Glaubensgemeinschaft, welche sich von der englischen Kirche lösten und ihre freie Selbstbestimmung in Nordamerika suchten. Vieles war innerhalb der strengen Gemeinschaft verboten (z.B. Musik und Theater), doch der Sport war eine willkommene und erlaubte Abwechslung, da er Tugenden förderte. Die Puritaner brachten neben traditionellen britischen Volksspielen den Vorläufer des amerikanischen Baseballs mit in die Neue Welt. Desweiteren fanden Schießsportwettbewerbe statt, um die Jagdfähigkeit zu fördern. In den folgenden Jahrzehnten wanderten auch immer mehr Menschen aus anderen europäischen Ländern nach Nordamerika aus. Bereits wenige Jahre nach Ausrufung der Unabhängigkeit im Jahr 1776 kam der Begriff des Schmelztiegels (Melting Pot) auf. Er beschrieb für lange Zeit die Integration unterschiedlicher Einwanderer in die amerikanische Kultur. Hier nehmen vor allem deutsche Einwanderer Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Turnerbewegung eine hervorgehobene Rolle ein. Sie gründeten zahlreiche Turnvereine entlang der Ostküste und im Mittleren Westen, welche den Neuankömmlingen dabei behilflich sein sollten sich an die amerikanische Kultur anzupassen. Gleichzeitig waren sie auch eine Begegnungsstätte, in welcher die deutsche Kultur weiterhin gepflegt wurde. Aus den deutschen Turnerschaften gingen schließlich die American Turners hervor, welche bis heute Dachverband aller Turnvereine in den USA sind. Die Turnerbewegung wurde in Deutschland von Friedich Ludwig Jahn während der napoleonischen Besatzung ins Leben gerufen. Zusammen mit seinen Schülern errichtete er 1811 seinen ersten Turnplatz auf der Hasenheide in Berlin. Sein Ziel war es den jungen Menschen während der französischen Basatzungszeit ein Nationalbewusstsein zu geben. Deutschland war damals noch nicht vereinigt. Die Turnerbewegung sollte den Soldaten von morgen formen, der sich wehrhaft gegenüber der Besatzung zeigt und sich für den deutschen Einigungsprozess einsetzt. Nach der gescheiterten deutschen Revolution von 1848 kamen neben den sogenannten Forty-Eighters auch deutsche Turner in die USA. Viele nahmen in bewaffneten Turnerkorps an den revolutionären Aufständen im heutigen Deutschland teil. Sie brachten viele demokratische Ideale mit in die USA und lehnten die Sklaverei entschieden ab. Viele Turner zog es in die neu gegründete republikanische Partei ein. Sie stellten mit den Bodyguards of Honor die Leibwache des 16. Präsidenten Abraham Lincoln (1861-1865) während seiner Amtseinführung und bildeten Turnerregimente während des amerikanischen Bürgerkriegs. Das 20th New York Infantry Regiment, auch Turner Rifles genannt, war  nur eines von mehreren deutschsprachigen Regimenten.  Später setzten sich die Turner für einen Sportunterricht (Physical Education) in den Schulen ein. Die deutschen Turnvereine genossen einen guten Ruf, sodass ihrem Modell auch andere Einwanderungsgruppen folgten. Tschechische Einwanderer und polnische Einwanderer gründeten ebenfalls Turnervereine.

Die  Polish Falcon Alliance of America war eine polnische Vereinsgründung. Um einen Schwerpunkt auf den Nationalismus zu setzen, erstetzten die Polen das Wort Turnen mit Falcon (Falken) in ihrer Turnerschaft.

FRONTIER UND SPORT

Einen weiteren Einfluss auf den US-Sport nahmen die Erfahrungen im sog. Frontier. Hierbei handelte es sich um die Grenzgebiete zwischen Zivilisation und Wildernis, welche sich während der Era der West Expandierung bildeten. Siedler mussten sich stets neuen Gefahren stellen (unbekanntes Terrain und Indianerattacken), sodass die körperliche Fitness eine große Rolle spielte. Nach der Schließung des Frontiers im Jahr 1890 kam die Sorge auf, dass der Mann verweichlichen würde, weshalb der Sport vom 26. Präsidenten Theodore Roosevelt gefördert wurde. 

MUSCULAR CHRISTIANITY

Der hohe Stellenwert der amerikanischen Sportkultur geht auch auf die protestantische Kirche und ihrer Lehre des muskulösen Christentums (Muscular Christianity) zurück, welche im 18. Jahrhundert  sehr populär wurde.  Der Begriff geht auf den englischen Schriftsteller Thomas Hughes und den englischen Theologen Charles Kingsley zurück und beschreibt die idealen Attribute des christlichen Mannes: männlich, patriotisch, diszipliniert und selbstaufopfernd. Zudem besitzt er einen moralischen Kompass und legt Wert auf seine körperliche Ästhethik. Zwar kam die Lehre ursprünglich in England auf, doch war gerade  im 18. und im 19. Jahrhundert der Amerikaner noch immer sehr eng mit der englischen Literatur verwoben, sodass das Model des Muscular Christian sehr an Einfluss in den Vereinigten Staaten gewann. 

 

Auch die Young Men's Christian Association (YMCA) hatte das Ideal eines aufrichtigen, christlichen Mannes im Sinn. Sie bot zahlreiche sportliche Programme an und förderte Mannschaftssportarten, um die Kameradschaft zu stärken.

QUELLENANGABE

Ruth Hofmann, Annette, Susan, Bandy et al. Sport in den USA (German and American Studies in Sport). Münster: Waxmann, 2020.

Lowe, Miranda. "Praise from Above: The American Tradition of the Military Flyover". U.S. NAVAL INSTITUTE. https://www.usni.org/magazines/naval-history-magazine/2020/june/praise-above-american-tradition-military-flyover