USA >> KLIMA DER USA >> TORNADOS

FLAG-AND-FLAG.COM


TORNADOS

ECKPUNKTE:

  • Vor allem der US-Bundesstaat Florida sowie die Tornado Alley im Mittleren Westen sind häufig von Tornados betroffen.
  • Das Fehlen einer West-Ost Barriere, wie dies mit den Alpen in Europa der Fall ist, begünstigt die Entstehung von Tornados, da warme Luftmassen ungehindert auf kalte Luftmassen treffen können.
  • Die Fujita Skala definiert auf einer Skala von 0 bis 5 die Stärke eines Tornados und lässt Rückschlüsse über das Zerstörungspotenzial zu.

Der Begriff Tornado entstammt vom lateinischen "tornare" und bedeutet "umkehren" bzw. "sich drehen". In den USA wird die rotierende Luftsäule auch umgangssprachlich Twister genannt. Sie sind die stärksten Windsysteme der Erde und können Rotationsgeschwindigkeiten von über 500 km/h erreichen. Die spiralförmigen Luftwirbel entstehen, wenn sich trockenkalte Luftmassen über feuchtwarme bodennahe Luftmassen schichten und eine atmosphärische Instabilität (vertikale Windscherung) bilden, da die warme Luft am Aufsteigen gehindert wird.  Damit die schwerere kalte Luft die warme Luft am Aufsteigen hindern kann, muss sie eine höhere Zuggeschwindigkeit als die bodennahen Luftmassen aufweisen. Dies ist vor allem im Frühjahr der Fall, wenn feuchte Warmluft aus dem Golf von Mexiko in den Norden strömt und trockene Kaltluft mit einer hohen Geschwindigkeit von Kanada kommend in den Süden strömt. Das Fehlen einer natürlichen Gebirgsbarriere ermöglicht das Zusammentreffen der unterschiedlichen Luftpakete. Die vertikale Windscherung bewirkt eine spiralförmige Rotation, in welcher warme Luft nun nach oben angesaugt wird (Inflow). Es kommt zur Bildung des Rüssels, dem charakteristischen Merkmal eines Tornados. Ein weiterer Inflow verstärkt die Rotationsgeschwindigkeit.  Darüber hinaus kommt es zu kalten Fallwinden. Das rotierende Windsystem eines Tornados reicht von der Unterseite einer Wolke bis zum Boden.

Erst wenn der Rüssel des Wirbelsturms den Boden berührt, spricht man von einem Tornado. Kommt es zu keinem Bodenkontakt, so spricht man von einer Funnelcloud. Tornados treten plötzlich auf und haben eine kurze Lebensdauer von wenigen Sekunden und Minuten. Es traten allerdings auch schon Tornados mit einer Lebensdauer von über einer halben Stunde auf. Das Sturmsystem hinterlässt eine Schneise der Verwüstung, welche eine Breite von wenigen Metern bis zu mehreren hundert Metern aufweisen können. In Extremfällen entstehen Tornados, welche aus mehreren Luftwirbeln bestehen und einen Durchmesser von bis zu 3 km aufweisen können. Neben der Schneise bleiben die Gebäude und Bäume unberührt.

 

Tornados werden in der amerikanischen Klimatologie nach der Fujita-Skala eingeordnet, welche aus 13 Stufen besteht (F0 - F12). Bisland wurde jedoch noch kein Tornado der Stärke F6 beobachtet, sodass die oberen Windgeschwindigkeiten theoretischer Natur sind. Winde der Kategorie F12 werden künstlich im Hyperschall-Windkanal erzeugt. Seit dem 1. Februar 2007 gilt die erweiterte Fujita Skala (Enhanced Fujita) und ermöglicht eine genaurer Klassifizierung hinsichtlich des Zerstörungspotentials. Die in Europa offizielle TORRO-Skala findet in den USA hingegen kaum Verwendung. 

FUJITA SKALA

FO entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 115 km/h  (Astbruch)
F1 entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 180km/h (Entwurzelung von Bäumen)
F2 entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 250km/h (Zerstörung von schwachen Bauten)
F3 entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 330km/h (Häusereinstürze, Aufstieg von Autos)
F4 entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 420km/h (Totalschäden)
F5 entspricht einer Windgeschwindigkeit bis 510km/h (völlige Zerstörung und Verfrachtung)

Pro Jahr werden in den USA an die 700 Tornados gezählt.

77 Prozent aller Tornados in den Vereinigten Staaten zählen zu der Kategorie F0 oder F1 und gehören somit zu den weniger gefährlichen Wirbelstürmen. 22.9 Prozent aller Tornados im Staatsgebiet zählen zu den bedrohlichen Wirbelstürmen der Kategorie F3 und F4. Die verbleibenden 0.1 Prozent sind extrem gefährliche Tornados der Kategorie F5.

Die höchste Windgeschwindigkeit, welche bisher auf der Erde gemessen wurde, trat mit mehr als 500 km/h im Jahr 1999 im US-Bundesstaat Oklahoma auf.