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ROT-SCHWARZ-ROT MIT GOLDENEN EICHENZWEIG
ROT-SCHWARZ-ROT MIT GOLDENEN EICHENZWEIG

Die deutsche Flagge hat ihren Ursprung in der Jenaer Urburschenschaft, welche als Antwort auf die Ergebnisse des Wiener Kongresses vom 08. 06. 1815 entstand. Der Wiener Kongress ließ den Wunsch vieler Freiheitskämpfer nach einem vereinten Nationalstaat unerfüllt, nachdem sie in den Befreiungskriegen (1813 - 1815) gegen Napoleon kämpften. Weshalb sich die Urburschenschaft in ihrer Fahne auf diese Farbkombination festlegte bleibt unklar. Einer Theorie zufolge geht sie auf die Farben der Landsmannschaft Vandalia zurück. Mehrere Gründer der Jenaer Urburschenschaft führten die Farbwahl jedoch auf die Lützower Freikorps zurück. Die Urburschenschaft diente weiteren Burschenschaften als Vorbild, welche sich in den kommenden Jahren in deutschen Universitätsstädten gründeten. Am 19. Oktober 1818 wurden die Farben schwarz-rot-gold von Vertretern der Burschenschaften aus 14 deutschen Universitätsstädten in Jena festgelegt. Von dort verbreiteten sich sowohl das Ideal eines vereinten Staates als auch die  reaktionären Freiheitsfarben in den Mitgliedsstaaten des Deutschen Bunds (1815 - 1866).

DER DEUTSCHE BUND

Der Deutsche Bund war ein lockerer Staatenbund von 35 Fürstentümern und vier Städten.

Er wurde am 08. 06. 1815 auf dem Wiener Kongress ins Leben gerufen und besaß lediglich ein einziges Bundesorgan, die Bundesversammlung, in Frankfurt am Main. Vorsitz der Bundesversammlung hatte Österreich mit dem Fürsten von Metternich. Es gab jedoch keinen Staatsoberhaupt und keine Regierung. Demokratische Strömungen wurden in gleicher Weise bekämpft wie das Bestreben ein einheitliches Staatsgebiet zu bilden.

FREIKORPS

Freikorps waren bewaffnete kleine Einheiten. Sie kämpften gegen Napoleon und erhofften sich Freiheit und ein geeintes Deutschland. 

Mehrere Gründer der Jenaer Burschenschaft haben während der Befreiungskriege (1813 - 1815) gegen Napoleon bei den Lützower Freikorps gekämpft. Das Freikorp wurde 1813 vom preußischen Generalmajor Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow errichtet und bestand aus Infanterie, Kavallerie und Artillerie mit einer Gesamtstärke von etwa 3500 Mann. Das Freikorp wurde aufgrund seiner besonderen Ausstrahlungskraft zum berühmtesten Freiwilligenverband der Befreiungskriege. Die Uniformen der Lützower Freikorps waren schwarz und hatten eine rote Abzeichenfarbe. Die Messingknöpfe waren goldfarben. Das folgende Gemälde von Ferdinand Hodler zeigt, wie sich die Studenten von Jena den Lützower Freikorps anschließen.

Zu den Lützower Freikorps zählten auch berühmte Persönlichkeiten wie die Schriftsteller Theodor Körner und Joseph von Eichendorff, der Turner Friedrich Friesen sowie der "Turnvater" Friedrich Ludwig Jahn. Die Turnerbewegung spielte in der deutschen Geschichte eine entscheidende Rolle in der Demokratie- und Einigungsbewegung und prägte durch die spätere Auswanderung von Revolutionären in einem hohen Maß den Charakter der Vereinigten Staaten. Das Lützower Freikorps hatte eine besondere Ausstrahlungskraft aufgrund der Bestrebungen zur Errichtung eines Nationalstaates und wegen der gelebten Ideale sich für die Freiheit der deutschen Nation aufzuopfern.

DIE TURNERBEWEGUNG

Während den Befreiungskriegen gegen Napoleon hatte Friedrich Ludwig Jahn sich sportliche Übungen ausgedacht, welche die Soldaten für den Krieg stärken sollten. Seine Turnerbewegung prägte eine gesamte Generation und wurde später von Auswanderern in die USA gebracht. Dort prägten sie zum einem das Bildungssystem des Mittleren Westens und stärkten die militärische Moral deutscher Einheiten während des amerikanischen Bürgerkriegs.

Zum 4. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig (16.10.1813 - 19.10.1813) und des bevorstehenden 300. Jahrestages der Reformation, versammelten sich am 18. Oktober 1817 Studenten und Professoren auf der Wartburg bei Eisenach, um für die nationale Einheit zu demonstrieren. Die Wartburg ist aufgrund ihres historischen Symbolcharakters ein Nationalsymbol. Martin Luther übersetzte auf ihr das Neue Testament ins Deutsche.

 

Auf der Wartburg wurde die rot-schwarz-rote mit goldenen Eichenzweig versehene Flagge getragen. Der Student August von Binzer verfasste auf der Fahrt zur Wartburg ein Lied über die deutschen Nationalfarben:

Das Wartburgfest wurde nach dem Vorbild der Festveranstaltungen dere Turnbewegung gehalten und fand unter dem Wahlspruch "Ehre, Freiheit, Vaterland" statt. Die Hymne des Festes war der Choral "Nun danket alle Gott". Insgesamt gingen 35 Grundsätze aus dem Wartburgfest hervor, welche ein einheitliches Staatsgebiet forderten,eine allgemeine Wehrpflicht, freiheitlich-demokratische Grundrechte sowie die Rede- und Pressefreiheit. Darüber hinaus sollte soweit wie möglich, alles Fremde in Sprache, Kleidung, Sitten und Bräuche vermieden werden, um den Einigungsgedanken zu stärken. Die Fürsten wiederum antworteten auf die revolutionären Ideen des Wartburgfestes und anderen Bestrebungen für das politische Mitspracherecht  mit den "Karlsbader Beschlüssen", welche im August 1819 verabschiedet wurden. 

CCO: ORIGINAL TRIKOLORE, WELCHE AUF DEM HAMBACHER FEST VORGETRAGEN WURDE.
CCO: ORIGINAL TRIKOLORE, WELCHE AUF DEM HAMBACHER FEST VORGETRAGEN WURDE.

Erstmals wurde der schwarz-rot-goldene Dreifarb auf dem Hambacher Fest (27.05 - 01.06.1832) vorangetragen und auf dem höchsten Turm gesetzt. Das Hambacher Fest war eine Demonstration von ungefähr 30.000 Menschen, welche freiheitliche Rechte und ein vereintes Deutschland bzw. "die Vereinigten Freistaaten Deutschlands"  forderten. Das Hambacher Fest richtete sich gegen den Absolutismus. Die heutige Flagge geht auf den Kaufmann Johann Philipp Abresch zurück, der die Farbreihenfolge festlegte. Seine auf dem Hambacher Schloss gesetzte Flagge trug die Aufschrift: "Deutschlands Wiedergeburt".

Der Märzrevolution gingen mehrere Ereignisse voraus, welche auch als Vormärz bezeichnet werden. Der Vormärz umfasst die Geschehnisse zwischen dem Zeitraum der Julirevolution in Paris im Jahr 1830 bis zum Ausbruch der Märzrevolution im Jahr 1848. Hierunter fallen beispielsweise das Hambacher Fest sowie der Frankfurter Wachensturm (1833). Die Märzrevolution, welche auch als Deutsche Revolution bezeichnet wird, ereignete sich zwischen März 1848 und Juli 1889 im Deutschen Bund. Sie nahm ihren Anfang im Großherzogtum Baden und griff binnen weniger Wochen auf alle Einzelstaaten des Deutschen Bundes über und sorgte so für einen politischen Umbruch. Die Fürsten machten nun Zugeständnisse und versprachen Reformen.

DAS LIED DER DEUTSCHEN

Während des Vormärzes wurde unter anderem "Das Lied der Deutschen" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben gedichtet. Es entstand am 26. August 1841 auf Helgoland und umfasst drei Strophen, von welchen heute die dritte Strophe den Text zur deutschen Nationalhymne stellt. Das Lied ist Ausdruck des Bestrebens nach einem geeinten Vaterland, welches brüderlich zusammengehalten werden soll. Von Fallersleben setzt diesen Wunsch, in einer Zeit in der das heutige Deutschland aus verschiedenen Fürstentümern besteht, über alles andere in der Welt.

CCO: FRANKFURT NATIONALVERSAMMLUNG (1848)
CCO: FRANKFURT NATIONALVERSAMMLUNG (1848)

1848 wurden in der Paulskirche in Frankfurt am Main Wahlen für ein gesamtdeutsches Parlament vorbereitet mit dem Ziel einen Nationalstaat mit einer Verfassung zu gründen. Im selben Jahr erklärte der Frankfurter Bundestag die Farben Schwarz-Rot-Gold zu den Farben des zukünftigen deutschen Reichs. Die Ablehnung der Kaiserkrone durch Wilhelm IV führte letztendlich zum Scheitern der Deutschen Revolution. Viele führende Köpfe der Märzrevolution wie beispielsweise Carl Schurz oder Franz Sigel emigrierten in die Vereinigten Staaten und machten dort eine politische oder militärische Karriere. Sie brachten als sogenannte "Forty-Eighters" ihre freiheitlichen Ideale in ihre neue Wahlheimat. Darüber hinaus prägte fortan die Turnerbewegung ganze Regionen des Mittleren Westens der USA im Militär- und Bildungswesen.

DIE GEGENREVOLUTION

Nachdem dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. die Kaiserkrone angeboten wurde, lehnte er die Krone ab, da sie aus der Hand des Volkes kam. Er löste die Nationalversammlung auf und schlug die Aufstände mithilfe seiner Truppen nieder. Anhänger der demokratischen Idee mussten ins Ausland fliehen oder kamen ins Gefängnis oder wurden hingerichtet.

Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat und entstand nördlich der Mainlinie in Folge des Zweiten Einigungskrieges (Deutscher Krieg) von 1866. Die Schwarz-Weiß-Rote Trikolore war eine Neuschöpfung und repräsentierte mit den Farben Weiß-Rot die Hansestädte und mit den Farben Schwarz-Weiß Preußen. Sie wurde zum nationalen Hoheitszeichen. Aus dem Norddeutschen Bund ging mit dem Dritten Waffengang (Deutsch-französischer Krieg von 1870) und dem Sieg des Norddeutschen Bundes das Deutsche Reich hervor, welches am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen wurde. Die Nationalfarben blieben unberührt.

DIE DEUTSCHEN EINIGUNGSKRIEGE

Deutschland wurde unter Führung Bismarcks in drei Waffengängen vereinigt. Der Deutsch-Dänische Krieg von 1864 führte zu Gebietsverlusten Dänemarks an Preußen und Österreich. Der Deutsche Krieg von 1866 war ein militärischer Konflikt zwischen den beiden europäischen Großmächten Preußen und Österreich und führte zur Auflösung des Deutschen Bundes und zur Entstehung des Norddeutschen Bundes unter Führung Preußens. Der Deutsch-Französische Krieg (1870/1871) war der letzte Einigungskrieg und resultierte in der Gründung des Deutschen Reiches. 

Nach der Ausrufung der Weimarer Republik veränderte das Deutsche Reich nicht nur sein politisches System, sondern legte sich auch auf die deutschen Farben von 1818 fest. Die neue Reichskriegsflagge mit den Farben schwarz-rot-gold wurde zwar am 27. September 1919 festgelegt, jedoch nie eingeführt.  Dies liegt in der Flaggenfrage begründet, welche in lebhaften Diskussionen auf der Tagesordnung stand. Demonstrativ wurden die Farben Schwarz-Weiß-Rot von konservativen Kreisen gehisst. Auch der Deutsche Fußball Bund (DFB) hisste bei Länderspielen statuenwidrig die Schwarz-Weiß-Rote Trikolore. Am 5. Mai 1926 erließ Hindenburg eine neue Flaggenordnung, welche deutschen Vertretungen das hissen der  Reichsflagge sowie der Schwarz-Weiß-Roten Handelsflagge erlaubte. Dies führte zu einem heftigen Flaggenstreit unter den Parteien der Weimarer Republik.

SCHWARZ-ROT-GOLD TRIKOLORE ("DREIFARB")
SCHWARZ-ROT-GOLD TRIKOLORE ("DREIFARB")

Am 8. Mai 1949 wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verabschiedet. Der Artikel 22 bestimmt die Nationalfarben schwarz-rot-gold und knüpft damit an die Farbwahl der Weimarer Republik an. Die Bundesflagge hat drei gleich breite Querstreifen in den Farben schwarz-rot-gold und das Flaggentuch ein Verhältnis der Höhe zur Länge von 3 zu 5. 

 

Sie darf von jedem Bürger verwendet werden, mit Ausnahme von Gütern und Dienstleistungen, welche genehmigungspflichtig sind .

 

Die größte deutsche Flagge ist heute "Die Flagge der Einheit" und befindet sich auf dem Platz der Republik in Berlin. Sie ist 6 x 10 Meter groß und wird nie auf halbmast gesetzt noch mit einem Trauerflor versehen.

 

Die damalige Deutsche Demokratische Republik bekannte sich ebenfalls zu den Farben, fügte jedoch 1959 ein Emblem mit Hammer, Zirkel und Ährenkranz hinzu. Der Hammer stand in der ostdeutschen Flaggenversion für die Arbeiter, der Zirkel für die Denker und der Ährenkranz für die Bauern.

FLAGGE ODER FAHNE?

 

Der Begriff Flagge bezeichnet ein meistens rechteckiges Tuch, welches mit einer Leine an einem Mast oder Stock gehisst wird und nicht dauerhaft damit verbunden ist.

 

 

Bei einer Fahne handelt es sich um ein rechteckiges Tuch, welches beispielsweise mit Nägeln fest und dauerhaft mit einer Stange verbunden wird und so zu einem tragbaren Einzelstück (Unikat) wird.

BANNER

Banner hängen an einem waagerechten Querstock und werden nicht gehisst, sondern aufgestellt. Banner werden nicht auf Halbmast gesetzt.

BUNDESDIENSTFLAGGE - CCO FÜR BILDUNGSZWECKE
BUNDESDIENSTFLAGGE - CCO FÜR BILDUNGSZWECKE

Die Bundesdienstflagge darf nur von offiziellen Dienststellen der Bundesrepublik geführt werden. Sie zeigt zusätzlich den Bundesschild. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten ist in Deutschland eine tägliche bundesweite Beflaggung nicht vorgesehen. Lediglich die obersten Bundesbehörden in Berlin sowie die Zentrale der Deutschen Bundesbank und Bereiche des Militärs werden täglich beflaggt. Für alle anderen Gebäude gibt es allgemeine Beflaggungstage.

Den Farben schwarz, rot und gold wurde eine nachträgliche Symbolik gegeben. Das obere Schwarz steht für die dunkle Nacht während der französischen Besatzung unter Napoleon (Franzosenzeit). Das mittlere Rot steht für das vergossene Blut der Befreiungskriege (1813 - 1815) und das untere Gold steht für die Morgenröte am Horizont, dem neuen Tag nach der schwarzen Nacht.

Zusätzlich zu der Farbsymbolik steht die schwarz-rot-goldene Trikolore für freiheitlich, demokratische Traditionen: Demokratie, Recht und Freiheit. Sie dienen der Identifikation des Staatsbürgers mit dem Staat.

DIE TRIKOLORE

Die Trikolore beschreibt dreifarbige Flaggen und steht seit der französischen Revolution für Freiheit und Bürgerrechte. Die Trikolore wird im deutschen Sprachraum auch als "Dreifarb" bezeichnet.

Die Heraldik (Wappenkunde) beschäftigt sich mit der Wappengestaltung und hat unter anderem Regeln festgelegt, nach welchen es die deutsche Fahne in ihrer heute bekannten Form eigentlich nicht geben würde. Die Heraldik unterscheidet Farben und Metalle (Silber und Gold). Die Metallfarbe silber wird durch weiß und die Metallfarbe gold durch gelb repräsentiert. Nach der heraldischen Regel dürfen sich Farben in einem Wappen nicht berühren, sondern immer durch Metall getrennt sein. Nach der heraldischen Regel hätte die deutsche Fahne schwarz-gold-rot sein müssen. Die Anordnung der Farben und Metalle spielen jedoch heute keine entscheidende Rolle mehr und viele Fahnen brechen mit der heraldischen Regel. 

Flaggen symbolisieren Länder und deren Bürger. Sie stehen für die Traditionen und für die Geschichte eines Landes und erlauben es dem Bürger sich mit einem Land zu identifizieren. Darum ist ein sorgfältiger und respektvoller Umgang mit der Flagge angebracht. In Deutschland gibt es zwar keine besondere Vorgabe, wie zivile Bürger die Bundesflagge zeigen und führen dürfen, jedoch eine allgemein akzeptierte Flaggen-Ethik. Die Flaggen-Ethik soll den würdevollen Umgang mit der Flagge gewährleisten und empfiehlt ein angemessenes Verhältnis bei der Größe der Flagge zum beflaggten Gebäude und zum Flaggenmast. Die Beflaggung beginnt bei Tagesanbruch und endet bei Sonnenuntergang. Die Flagge soll den Boden nicht berühren, in einem einwandfreien Zustand sein und sollte frei wehen. Werden mehrere Flaggen gesetzt, so hat die Nationalflagge immer Vorrang. Auch soll die Flagge nicht, beispielsweise als Tischtuch, zweckentfremdet werden.

Für die Dienstgebäude aller Behörden, den Dienststellen des Bundes, den Einrichtungen des öffentlichen Rechts, der Bundeswehr und den Bundesgrenzschutz gibt es bestimmte Tage, an welchen immer und ohne besondere Anordnung beflaggt wird. Diese regelmäßigen Beflaggungstage sind:

 

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus (27. Januar)

Der Tag der Arbeit (1. Mai)

Der Europatag (9. Mai)

Der Jahrestag der Verkündung des Grundgesetz (23. Mai)

Der Volksaufstand in der DDR von 1953 (17.J uni)

Der Putschversuch von 1944 (20.Juli)

Der Tag der deutschen Einheit (3. Oktober)

Der Volkstrauertag (2. Sonntag vor dem 1. Advent)

an den Tagen der Wahl zum Deutschen Bundestag und zum Europäischen Parlament

 

Zu bestimmten Anlässen kann bei staatlichen Institutionen ein Flaggenzeremoniell durchgeführt werden. Hierbei handelt es sich um ein feierliches und würdevolles Hissen bzw. Niederholen der Flagge. Ein solches Flaggenzeremoniell folgt, außer bei der Bundeswehr, keiner Vorschrift. Die deutschen Streitkräfte führen ein Flaggenzeremoniell in Form einer kleinen und großen Flaggenparade nach Protokoll durch.

Die deutsche Trikolore steht unter einem gesetzlichen Flaggenschutz, welcher sowohl im Grundgesetz Artikel 22 als auch in der Anordnung über die deutsche Flagge sowie dem Flaggenrechtsgesetz verankert ist.

 

(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten eines Inhalts (§ 11 Absatz 3)

1.

die Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ihre verfassungsmäßige Ordnung beschimpft oder böswillig verächtlich macht oder

2.

die Farben, die Flagge, das Wappen oder die Hymne der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder verunglimpft,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer eine öffentlich gezeigte Flagge der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder oder ein von einer Behörde öffentlich angebrachtes Hoheitszeichen der Bundesrepublik Deutschland oder eines ihrer Länder entfernt, zerstört, beschädigt, unbrauchbar oder unkenntlich macht oder beschimpfenden Unfug daran verübt. Der Versuch ist strafbar.

 

(3) Die Strafe ist Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe, wenn der Täter sich durch die Tat absichtlich für Bestrebungen gegen den Bestand der Bundesrepublik Deutschland oder gegen Verfassungsgrundsätze einsetzt.

 

In Deutschland hat jeder Bürger das Recht, die Bundesflagge zu hissen. Die Verwendung der Fahne ist darüber hinaus vom Grundgesetz durch Artikel 2 und Artikel 5 geschützt. Ein Flaggenschutz ist nicht selbstverständlich und nicht in allen Ländern gesetzlich verankert. In den Vereinigten Staaten gibt es lediglich eine Flaggenetikette, welche im US-Code verankert ist.

 

Quellen:

bmi.bund.de

Hormann, Jörg und Dominik Plaschke. Deutsche Flaggen. Hamburg: Maritim Gmbh, 2006.

protokoll-inland.de

HINTERGRUNDBILD: LBM1948