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DEUTSCHAMERIKANER IM

ZWEITEN WELTKRIEG

48 STAR FLAG (1912 - 1959)
48 STAR FLAG (1912 - 1959)

Im Laufe des Zweiten Weltkriegs schlossen sich an die 30000 gebürtige Deutsche den amerikanischen Streitkräften an. Auch berühmte Exilanten wie der Schriftsteller Klaus Mann (der älteste Sohn von Thomas Mann) oder der Hitler-Neffe William Patrick Hitler kämpften im amerikanischen Militär. Es gab jedoch auch Deutschamerikaner, welche kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs dem Ruf "Heim ins Reich" folgten und nach Deutschland auswanderten.

 

Während des Zweiten Weltkrieges wurden aufgrund einer Proklamation von Franklin D. Roosevelt an die 11000 in den USA lebenden Deutsche ohne amerikanischer Staatsbürgerschaft sowie Deutschamerikaner interniert. Darüber hinaus wurde noch eine beträchtliche Zahl an deutschen Kriegsgefangene, sogenannte POWs (Prisoner of War) im Staatsgebiet untergebracht. Mit der deutschen Niederlage in Tunesien im Frühjahr 1943 wurden an die 140000 deutsche Kriegsgefangene in die USA gebracht. Die Unterbringung der POWs unterschied sich jedoch im Vergleich zu den zivilen Gefangenen. Die Vereinigten Staaten nahmen die Bestimmungen der Genfer Konvention von 1929 sehr ernst und hoben sich durch ihre positive Behandlung der deutschen Wehrmachtssoldaten hervor. Zahlreiche positive Berichte erreichten die deutschen Familien, welche die Erstaunung über die Verhältnisse zum Ausdruck brachten. So wurden Offizieren beispielsweise der Sold bis Anfang Juni 1945 weitergezahlt. Die Mannschaftsdienstgrade wurden zwar im Einklang mit der Genfer Konvention zur Arbeit verpflichtet, dafür aber entlohnt. Unteroffiziere und Offiziere konnten sich freiwillig zur Arbeit melden. Aus Perspektive des amerikanischen Militärs hatte die gute Behandlung folgende Ziele:

 

▪ Die Wehrmachtssoldaten sollten für die Zeit nach dem Krieg für ihre Rückreise nach Deutschland demokratisiert werden.

 

▪ Eine schlechte Behandlung in den USA diente nicht den deutsch-amerikanischen Beziehungen, welche nach dem Krieg wieder aufgebaut werden sollte.

 

▪ Die Wehrmachtssoldaten linderten die fehlende wirtschaftliche Arbeitskraft von Amerikanern, welche in Europa kämpften. Durch ihre positiven Eindrücke sollten sie vor allem demokratisiert werden.

 

Die Behandlung deutscher Kriegsgefangener war nicht nur besser als die von Schwarzen US-Bürgern, sondern zog oftmals auch den Neid der einheimischen Bevölkerung auf sich, welche den US-Lagern in Anspielung auf den Goldenen Käfig Spitznamen wie "Fritz Ritz" vergaben.