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IM ERSTEN WELTKRIEG

AUTHOR: SWARTIK. ADAPTED FROM A MEMBERSHIP CARD IN THE AMERICAN PROTECTIVE LEAGUE, ISSUED 28 MAY 1918.
AUTHOR: SWARTIK. ADAPTED FROM A MEMBERSHIP CARD IN THE AMERICAN PROTECTIVE LEAGUE, ISSUED 28 MAY 1918.
48 STAR FLAG (1912 - 1959)
48 STAR FLAG (1912 - 1959)

Der Erste Weltkrieg veränderte  das bisher positive Bild über deutschstämmige Amerikaner auf eine radikale Art und Weise und gilt als dunkelstes Kapitel der deutschamerikanischen Geschichte. Nie zuvor und auch nicht mehr danach, war eine Ethnie staatlichen Repressionen und privaten Attacken in einem solchen Ausmaß ausgesetzt wie zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Deutschamerikaner aber auch Personen, welche fälschlicherweise für solche gehalten wurden, waren plötzlich massiven Anfeindungen ausgesetzt. Verantwortlich für Diskriminierungen waren der damalige Präsident Woodrow Wilson und sein negatives Deutschlandbild sowie private patriotische Organisationen, wie beispielsweise der American Protection League (APL), welche eine absolute Loyalität zu den USA einforderten aber im selben Zug diese Loyalität unter Deutschamerikanern in Frage stellten. Diese zeigten sich in  Beschimpfungen, Denunziationen bis hin zum Lynchmord. Es kam erstmals zu Bücherverbrennungen, in welchen deutschsprachige Bibliotheksbestände vernichtet wurden. Angeheizt wurden solche Ausschreitungen zusätzlich durch die Politik von 26 der damals 48 Bundesstaaten, welche antideutsche Gesetze verabschiedeten, in welchen unter anderem der Gebrauch der deutschen Sprache im öffentlichen aber auch im privaten Gebrauch verboten wurde. Dies hatte auch Auswirkungen auf die bis dahin zahlreichen deutschen Zeitungsverleger, welche vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges in hohen Auflagen publizierten und nun ihre Arbeit einstellen mussten. 

 

Deutsche Ortsnamen, Nachnamen und Begriffe wurden amerikanisiert. Bekannte Beispiele dafür sind die Umbennenung von Sauerkraut in liberty cabbage und dem Hamburger, welcher nun als liberty sandwich verkauft wurde.

 

Auswirkungen hatte auch ein bereits 1798 verabschiedetes Gesetz, welches es dem Präsidenten der USA erlaubt, jede Person zu verhaften und zu internieren, welcher Staatsbürger eines Landes ist, das mit den Vereinigten Staaten im Krieg ist. Der sogenannte Alien Enemies Act richtete sich vor allem an Deutschamerikaner, welche nicht im Besitz der amerikanischen Staatsbürgerschaft waren. Ein Fall ist der Dirigent Karl Muck, der bis zum Kriegsende in einem Internierungslager in Georgia festgehalten wurde. Muck verglich später das Lager mit Konzentrationslagern von autoritären Systemen. Solche Internerierungslager bestanden unter anderem mit Fort McPherson im US-Bundesstaat Georgia sowie mit Fort Douglas im US-Bundesstaat Utah.